Psychotherapie

Dreh- und Angelpunkt der Therapie ist, dass wir lernen, uns unseren Gegensätzen zu stellen.

Was erwartet Sie?

Als Heilpraktiker für Psychotherapie arbeite ich auf gestalttherapeutischer und emotionsfokussierter Grundlage. Wir konzentrieren uns auf das, was im „Hier und Jetzt“ unserer Begegnung sichtbar wird.

In meiner Praxis für Psychotherapie Frankfurt & online mache Sie auf Ihre Körperwahrnehmungen aufmerksam und schlage Experimente wie Rollenspiele vor, um emotionales Erleben und die Bewusstwerdung innerer Anteile oder „offener Gestalten“ – von „Unabgeschlossenem“ – zu fördern. Dazu zählen z. B. nicht wirklich verarbeitete Trennungen, der Verlust von nahestehenden Menschen, auch Haustieren, Kompetenzen, Zugehörigkeit zu Gruppen (Familie, Gemeinschaft, Kollegen), Glauben, Vertrauen und Status, einschneidende körperliche Erkrankungen, oft verbunden mit Ereignissen, die wir als belastend und bedrohlich erlebt haben oder noch durchleben.

Die Analytische Gestalttherapie berücksichtigt frühere Ursachen aktueller psychischer Einschränkungen, Belastungen und Ängste. So können Sie erleben, dass auch Vergangenes Ihre gegenwärtigen Schwierigkeiten beeinflusst.

Behandlungsschwerpunkte

  • Anpassung an neue Situationen
  • Belastungsreaktionen, Ängste, Befürchtungen
  • Selbstzweifel und geringer Selbstwert
  • Ungünstige Bindungserfahrungen und frühe Verletzungen
  • Beziehungsprobleme, Stimmungsschwankungen, somatische Beschwerden

Zur Dauer: Sie hängt stark von Ihren Anliegen und Zielen ab. Kurzinterventionen (6–10 Sitzungen), Kurzzeittherapie (10–25 Sitzungen) oder Langzeittherapie (über 25 Sitzungen) sind möglich, je nach Komplexität Ihrer Themen.

Zur ersten Orientierung können Sie ein kostenfreies Online-Vorgespräch mit meiner Praxis für Psychotherapie Frankfurt vereinbaren:

Niemand ist vollkommen gesund oder vollkommen krank – Therapie kann für jeden wertvoll sein.

Grundannahmen der Gestalttherapie

Der menschliche Organismus strebt nach Ausgleich (Homöostase). Das gilt auch für unsere Psyche, die nicht vom Körper getrennt gesehen werden kann. Wenn wir unsere Bewusstheit steigern, z. B. für unser Vermeidungsverhalten, unsere sinnliche Wahrnehmung, unsere Art des Kontakts mit uns selbst, anderen und der Umgebung, ermöglicht dies Wachstum und eine dem „Hier und Jetzt“ angemessenere psychische Selbstregulation – solange uns gesellschaftliche Regeln und Vorgaben nicht dabei behindern. 

Unsere Wünsche und Bedürfnisse organisieren unsere Wahrnehmung – des sogenannten „Feldes“ – auf dem Hintergrund unserer Erfahrungen seit der Geburt. Ebenso beeinflusst das Feld – die Bedingungen unserer Umwelt -, welche unserer Bedürfnisse aktuell werden. Perls ging davon aus, dass wir die Realität, in der eine andere Person lebt, nicht wirklich wissen können. Der Therapeut öffnet sich deshalb gegenüber allen Möglichkeiten des Feldes und interpretiert nicht (unmittelbare Erfahrung). 

Alles, was wir erleben, geschieht im „Hier und Jetzt“. Trotzdem versuchen wir immer wieder, die Vergangenheit zurückzuholen oder die Gegenwart vorwegzunehmen. Wir sind nicht mehr wie früher und wir können auch noch nicht jemand Zukünftiges sein. Gegenwärtige Erfahrung findet im direkten Kontakt über die Sinne statt. 

Die Analytische Gestalttherapie legt großen Wert auf die Arbeit mit Täteranteilen und dem „Inneren Kind“, jedoch immer in Bezug auf das gegenwärtige Leben und Gewordensein einer Person. Dabei ist durchaus möglich, dass ein früherer Teil in uns fortlebt und sich nur langsam verändern kann. Ziel ist, dass wir den Unterschied zu damals und der anderen Konstellation erkennen und lernen, selbst für uns zu sorgen. 

Ein Kontaktzyklus besteht aus mehreren Phasen, die durchlaufen werden müssen, damit eine Erfahrung, z. B. ein Bedürfnis oder ein Vorhaben, zu Ende gebracht werden kann. Ähnlich den vier Jahreszeiten in der Natur, die nur zusammen ein Jahr ergeben. 

Zur ersten Phase gehört der Vorkontakt: Ich werde mir eines Reizes bewusst, z. B. Schmerz, Unruhe, ein Bedürfnis. 

Die zweite Phase ist die Kontaktaufnahme: Ich nehme z. B. aus dem Bewusstsein, mich einsam zu fühlen, Kontakt zu einem Freund auf. Dabei ist es notwendig, dass ich aktiv werde und Hindernisse überwinde. 

Die dritte Phase besteht im Kontaktvollzug: Ich lasse mich voll und ganz auf das ein, was ich gewählt habe, um mein Bedürfnis zu erfüllen. In unserem Beispiel umarme ich meinen Freund und genieße das Zusammensein. 

Die vierte Phase wird Nachkontakt genannt: Da ich mit meinem Freund zusammen war, ist mein Bedürfnis nach menschlichem Kontakt, nach Nähe, erfüllt worden. Das vor kurzem noch so starke Verlangen (die Figur) besteht nicht mehr und tritt in den Hintergrund meiner Erfahrung. 

Die abschließende Phase ist der Rückzug. Mein Organismus ist jetzt vollständig ausgeglichen und ein neues Bedürfnis hat sich noch nicht gezeigt. Aus diesem Zustand der Ruhe macht sich dann allmählich ein neues Bedürfnis bemerkbar – und der Zyklus beginnt von Neuem.

In jeder dieser fünf Phasen kann es zu Störungen oder sogar zum Abbruch kommen. 

Aus dem Gesagten wir klar, dass wir nicht zweimal in denselben Fluss steigen können, kein Moment ist wie der andere. Das Selbst organisiert sich immer wieder neu. Wenn Unerledigtes zu Ende gebracht werden kann, wird es als abgeschlossene Gestalt Teil des Hintergrunds. Diese Gestalt steht uns dann bewusst zur Verfügung. 

Unabgeschlossenes drängt sich dagegen immer wieder aus einem unruhigen Hintergrund in den Vordergrund und hält uns vom unmittelbaren Erleben ab. So bleibt uns wenig Raum für kreative Veränderung und die Entfaltung unseres Potentials. Hier kann uns Psychotherapie oder psychologische Beratung helfen, diese nicht integrierten Anteile anzuschauen, allmählich zu akzeptieren („Was ist darf sein, und was sein darf, kann sich verändern“) und dadurch freier zu leben, zu werden, wer wir sind.

Weiterführende Informationen und Literatur

Empfehlenswerte Internetquellen, gut lesbare Bücher zur Gestalttherapie und ein Video, das den „Gestaltzyklus“ leicht erklärt, finden Sie unter folgender PDF-Datei: Wegweiser zur Gestalttherapie >>>

Ein anschauliches Video zum „Gestaltzyklus“ – einem Grundprinzip der Gestalttherapie – in englischer Sprache. Sojo Animation richtet sich zwar an Kinder, ist zum Einstieg aber gut geeignet. Sophie Johnson-Hill geht auch auf typische Schutzmechanismen ein, die wir im Kontakt mit der Umwelt oder uns selbst anwenden: